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Truhenorgeln

Das jüngere Truhenorgelmodell

Eine Truhenorgel, die man alleine, ohne fremde Hilfe, tragen kann?
Eine Truhenorgel, die jedermann mit ein wenig Geschicklichkeit bequem stimmen kann, ohne dass sich nach dem Schließen irgendwelcher Türchen und Deckel alles wieder verändert?
Eine Truhenorgel, die mit lediglich zwei Registern nicht nur jeder normalen Continuoaufgabe, sondern auch größeren Begleit- und selbst Solopassagen gewachsen ist?
Eine Truhenorgel schließlich, die mit einer Grundfläche von etwa 40 mal 80 cm auskommt?

Zugegeben: Als die Idee, wie das wohl zu machen sei, aufblinkte, war ich selber ein wenig ungläubig. Und mehrere Jahre des Nachdenkens und des Ausprobierens waren gewiss nötig, bis tatsächlich ein Prototyp gebaut war und im Konzertleben versucht werden konnte. Die Freude darüber mag sich der Leser vorstellen! Das kleine, aber überraschend kräftige Instrument hat inzwischen einige Nachfolger gefunden, bei denen sowohl in klanglicher, wie auch in optischer Hinsicht auf die Kundenwünsche sehr weitgehend eingegangen werden konnte. Für die Gehäuseteile z.B. fanden Eiche, gerne aber auch Kirsche Verwendung, für die Klaviaturbeläge Knochen oder Pflaume. Selbstverständlich sind diese Instrumente transponierbar, besitzen eine angenehm-sensible Spielart und verfügen über einen maßvoll atmenden, stabilen Wind.
Die Klanggestalt ist weitgehend variabel, weil insbesondere das hölzerne Gedackt je nach Wunsch runder, voller, eleganter, spuckender ausgearbeitet werden kann. Dazu tritt dann eine 4‘-Stimme, die ich gerne im Diskant offen ausführe, weil mir die dann mehr nach dem Vokal „a“ gehende Klangfarbe besser mit Stimmen und Instrumenten zu harmonieren scheint. Für die Universität Detmold entstand 2017 ein Variante, die bei gleichen Maßen tatsächlich noch eine dritte Stimme, ein freches Regal 8‘ in hölzerner Bauweise, besitzt. Hier konnten sogar alle drei Register in Baß und Diskant geteilt eingerichtet werden. Eine weitere Dispositionsvariante mit einem Diskant-2‘ wird derzeit geplant.
Das ältere Truhenorgelmodell

Mein größeres und älteres Instrument steht seit 2017 in der katholischen Pfarrkirche St. Johann in Rapperswil/Schweiz und stellt eine Modifizierung der langjährigen Bauweise von Gerald Woehl dar. Für flexibles Continuospiel sind hier zwei Grundregister verschiedener Farbe vorhanden: Ein mittelstarkes, anschmiegsames Gedackt mit klarem Baß, fülligem Tenorbereich und schlanker Diskantlage in Metallbauweise sowie eine hölzerne Traversflöte ab c‘ von mild-prinzipaliger Tongebung. Die ab c° offene 4’-Stimme eignet sich für markanteres Begleiten gleichermaßen wie für solistisches Spiel. Eine vierte Schleife ist besetzt mit einem kräftig-farbigen dreifachen Sesquialter. Die Stimmhaltung ist sehr gut, bequem und schnell ist das Nachstimmen auch der großen Baßpfeifen möglich. Die Windversorgung über eine eigene Balgkonstruktion hat dezent atmenden Charakter und ist auch bei vollgriffigem Spiel vollkommen zuverlässig. Lange einarmige Tasten mit Knochenbelag ergeben die elegante und sensible Spielart, die Registerschaltung erfolgt mittels bestens erreichbarer Hebel über der Klaviaturmitte.
Die auch hier schon sehr kleine Grundfläche von ca. 42 mal 98 cm erleichtert die Aufstellung im Ensemble wesentlich. Der Spieler ist von einem erhöhten Sitz aus gut zu sehen und sieht selber gut, das insgesamt 1100 cm hohe Instrument kann auch im Stehen gespielt werden.
Das künstlerisch gestaltete, elegante Eichenholzgehäuse ermöglicht den Schallaustritt nach vorne und hinten. Zerlegt in Balgteil, Hauptteil mit großen handgeschmiedeten Griffen und Klaviatur ist auch diese Truhenorgel in sicheren Flightcases bequem transportabel.

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Kilian Gottwald · Orgelbaumeister · Karlstraße 6 · 35287 Amöneburg
Tel.: 06422-890789 · Mobil: 01525-4660132 · E-Mail: kiliangottwald@web.de

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